|
|
|
Aus der Ostschweiz
Kunsthallen-Installaktion zu drei Ausstellungsräumen ausgewachsen
von Roland Mattes.
...
Grüne Reinigung
In den Reinigungsraum von Hermann Reinfrank hineingehen kann, muss der Betrachter. Weich das Auftreten auf dem spannend ausgelegten monochromen Mosaik der Schwämme. Putzschwämme, die federnd weichen moosigen Waldboden um vieles übertreffen. Grün hat Hermann Reinfrank zu seinem Instrument zur theoretischen Auseinandersetzung mit der Realität entwickelt. Ohne zu manipulieren vernetzt er die Sinne intuitiv mit dieser komplexen Installation. Grün füllt den Raum, und etwas auftauchendes Gelbliches verstärkt das Grün von Stockhausen, "Reinigungsmittel für hartnäckigste Industrieverschmutzungen", ein grünes Ereignis schlechthin.
... |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Aus dem St. Galler Tagblatt vom 31.8.91
Fluss und Energie der Sprache
"Installaktionen"
in der St. Galler Kunsthalle.
Th.A. Müller.
...
Was die Intensität anbelangt, so steht die Installation von Hermann Reinfrank am anderen Ende der Skala. Der St. Galler hat ein berückendes Kabinet geschaffen, in dem alle Sinne angesprochen, man möchte fast sagen: vergewaltigt werden. Das Fenster ist verhängt mit einer schummrig-grünen Fläche, der Betrachter stapft auf den grünen Seiten von Abwaschschwämmen herum, Grün, Grünes, wohin man blickt. Irritierende Blickfänge finden sich an den Wänden, die Akustik ist von einer unvertraut gedämpften Art.
Wie gesagt: Die Intensität von Reinfranks Arbeit hat etwas Erschreckendes, ja Gewalttätiges, weil sie den Betrachter vollauf in Beschlag nimmt, ihm kaum Atem zur Reflexion gibt. Handumkehr vermittelt sich so - vielleicht nur so? - ein Eindruck dessen, was man das Prinzip Grün nennen könnte.
... |
|